Warum Yoga auch Männersache ist

Interview mit Kristiano Karibu

Kristiano ist einer der wenigen männlichen Yogalehrer in Zürich und Erfinder des Yoga Workout. Im Interview mit Christina erzählt er, wie er ursprünglich zum Yoga gekommen ist, was am Yoga Workout so besonders ist und warum auch Männer unbedingt mal Yoga ausprobieren sollten.

Kristiano Karibu

Hey Kristiano, schön dass du hier bist. Du bist ja ursprünglich aus Wien, was genau hat dich denn nach Zürich geführt? 

Hey hey, freu mich auch hier zu sein. Ja, ich bin jetzt seit Mai in Zürich. Vor meinem Umzug hatte ich in Wien als Sozialarbeiter und Yogalehrer gearbeitet. Als mir klar geworden ist, dass ich gerne total auf Yogalehrer umsatteln möchte, was in Wien sehr schwierig ist, habe ich beschlossen, Zürich eine Chance zu geben. Dass meine Eltern bereits hier leben und ich gleich mehrere Angebote zum Unterrichten bekommen habe, hat die Sache natürlich erleichtert. 

 

Erzähl mal, wie bist du zum Yoga gekommen?

Ich war schon immer sehr sportlich, wobei meine Leidenschaft vor allem beim Turnen, Klettern und Bergsteigen lag. Yoga hingegen war noch gar nicht mein Fall, auch wenn meine damalige Freundin selber konsequent jeden Tag Yoga gemacht hat. Ich hatte ja meinen Sport und für Themen wie Flexibilität und Mobilität hatte ich zu dem Zeitpunkt noch kein grosses Interesse. So richtig gepackt hat es mich erst 2010 nach einem Jivamukti Workshop mit Patrick. Mir hat in der Klasse erst echt einfach alles weh getan, ich hab mich so steif und unbeweglich gefühlt und es war so ein innerer Kampf, a real struggle (lacht). Und dann boom, Nirvana, ich war total entspannt und hatte mich noch nie so gut gefühlt. Nach der Stunde habe ich begonnen, jeden Tag Yoga zu machen. Am Anfang einfach nur 10 Minuten Sonnengruss und mit der Zeit ist es dann immer mehr geworden. Das lag auch daran, dass ich sah, wie Yoga mein Leben einfach verbessert hat. Ich war gesünder, beweglicher, fühlte mich sowohl körperlich als auch mental viel stärker, ich war ruhiger und hatte mehr Energie. Und so ist Yoga für mich ein echter Life-Style geworden. 

YOGA LAB ZÜRICH KRISTIANO KARIBU

Viele Männer denken ja, Yoga ist nur was für Mädels oder nur so ein bisschen dehnen. 

They are so wrong (lacht). Ne, ich kenn das ja gut, so habe ich früher nämlich auch gedacht. Aber ich kann es echt wirklich nur jedem (Mann) empfehlen mal Yoga zu machen. Es muss ja gar nicht der Hauptsport werden. Yoga eignet sich total gut als Ergänzung, ob du jetzt Läufer bist, Fahrradfahrer oder ob du Crossfit machst. Und das Umdenken ist eh schon da. Inzwischen hat Yoga bei fast allen Topathleten einen fixen Platz im Trainingsprogramm. weil Yoga einfach eine super Ergänzung zum üblichen Training bietet. Im Yoga trainierst du nicht nur den ganzen Körper, du wirst auch beweglicher und du steigerst vor allem auch die Lungenfunktion, das heisst, du atmest besser und kannst gleichzeitig mehr Sauerstoff aufnehmen. 

 

Was ich immer wieder sehe ist, dass Leute in eine Klasse kommen und dann ziemlich geschockt sind, weil sie vielleicht nicht so beweglich sind, wie sie gedacht haben oder weil ihnen die Übungen schwerer fallen, als erwartet. Das kann ziemlich demotivierend und sogar abschreckend sein. Was für einen Tipp hast du da?

Ja, das kenn ich gut, für mich waren die ersten paar Male auch echt schmerzhaft. Meine Muskeln waren einfach total verkürzt, gerade was die Beine und die Schultern anbelangt. Mein Tipp ist, dass man dem Ganzen einfach eine Chance geben sollte und nicht gleich nach dem ersten mal aufhören darf. Interessanterweise kommt der Fortschritt oft viel schneller als man denkt. Und das fühlt sich dann einfach total gut an. 

Kristiano Karibu YOGA LAB

Jetzt hast du ja das Yoga Workout erfunden. Was genau ist das und was macht das Yoga Workout so speziell?

Also angefangen habe ich mit dem Yoga Workout vor allem für mich selber. Ich wollte ein Yoga, das meinen eigenen Bedürfnissen entspricht, welches athletisch ist und auch neuste wissenschaftliche Erkenntnisse mit einbezieht. Meine drei Leitmotive für das Yoga Workout sind vielfältig, funktional und stark. Natürlich sind auch Entspannung und Mobilität dabei, aber der Schwerpunkt liegt vor allem auf Kraftaufbau, Stabilität, Spannungsaufbau und verbesserter Körperwahrnehmung. Im Yoga Workout nutzen wir Yoga wirklich als Ganzkörpertraining. Dabei wechseln sich physische Sequenzen und innovative Flows mit kräftigenden und stabilisierenden Haltungen ab. Eine Balance zur physischen Praxis bietet die mentale Seite des Yogas, also Konzentration, Abschalten und Fokus. Diese Elemente bilden ebenfalls einen wichtigen Baustein meiner Yogastunde. 

 

Gibt es eine Yoga-Pose, die dir zurzeit gerade besonders gefällt? 

Ich würde nicht sagen, dass ich EINE Lieblingshaltung habe. Aber momentan fokussiere ich gerade sehr auf Inversions, also Umkehrhaltungen, zum Beispiel der Handstand, Skorpion oder Kopfstand. Und natürlich bringe ich diese Praxis auch in meinen Stunden mit ein. Es kann also gut sein, dass wir uns während der Klasse mal an einem Handstand versuchen (lacht). Dabei zeige ich auch immer verschiedene Variationen einer Übung. Es gibt also für jeden was, ob man jetzt erst gerade mit Yoga angefangen hat oder bereits länger praktiziert. Das Wichtigste ist dabei immer der Spass am Üben und die Freude auch mal etwas Neues auszuprobieren. 

Kristiano im YOGA LAB
YOGA  LAB KRISTIANO

Kristiano unterrichtet jeden Montag Abend um 18:00 im YOGA LAB Zürich. Hier geht es zum aktuellen Stundenplan.